Untersuchungsmethoden

Klinische Untersuchung: Die klinische Untersuchung ist neben der Anamnese- also dem gezielten Gespräch mit dem Patienten die wesentliche Grundlage für die Behandlung der Arthrose. Neben der Betrachtung der Gelenke erfolgt eine Untersuchung der betrofenen Gelenke und des gesamten Körpers um eine Information über Schmerort, Schmerzausprägung und Funktion der Gelenke zu erhalten. Hierauf basierend werden gegebenenfalls weitere Untersuchungsmethoden durchgeführt.

 

Röntgen: Auf dem Röntgenbild lassen sich Fehlstellungen und Deformierungen der Gelenkknochen sowie eine Verschmälerung des Gelenkspalts erkennen. Auf diese Weise kann der Arzt den Grad der Abnutzung recht genau einschätzen.

 

Ultraschall: Eine Ultraschalluntersuchung kann insbesondere Flüssigkeiten (z.B. einen Gelenkerguss) und Verletzungen von Sehnen und Muskulatur aufzeigen. Sie eignet sich deshalb gut als zusätzliche Untersuchung bei Gelenkbeschwerden. Eine Strahlenbelastung geht von einer Ultraschalluntersuchung nicht aus.

 

Kernspintomographie (auch Magnetresonanztomographie, kurz: MRT): Ohne Einsatz von Röntgenstrahlen kommt die Magnetresonanztomografie (MRT), auch Kernspintomografie genannt, aus. Die detailreichen Schnittbilder stellen die Gewebe aufgrund ihres unterschiedlichen Wassergehalts dar. Gerade bei Verletzungen des Bandapparates (z.B. der Kreuzbänder) oder Verletzung / Veränderungen des Gelenkknorpels und der Menisken ist die Magnetresonanztomographie einer Computertomographie überlegen.

 

Computertomographie (kurz: CT): In einer Computertomographie (CT) lassen sich die knöchernen Strukturen besonders gut darstellen. Dieses Untersuchungsverfahren wird insbesondere bei dem Verdacht auf kleinere Knochenbrüche (Frakturen) eingesetzt. Es dient im Rahmen der Arthrose-Abklärung zur genauen Beurteilung knöcherner Veränderungen, die auf dem Röntgenbild nicht richtig zu erkennen sind. 

Häufigkeit und Stadien

Derzeit  leiden etwa 75% der über  70 Jährigen Bundesbürger an einer Arthrose. Betrachtet man die demographische Entwicklung in Deutschland mit zunehmendem Patientenalter und der besorgniserregenden Zunahme adipöser junger Menschen in Deutschland, so ist in den kommenden Jahren mit einer immensen Zunahme der arthrosebedingten Gesundheitsaufwendungen zu rechnen.  

 

Je nach Kausalität der Arthrose unterscheidet man die primäre (idiopathische) von der sekundären Arthrose, bei der systemische Erkrankungen oder Achsdeformitäten zu Grunde liegen. Die klassische Klassifikation der Arthrose erfolgt nach den radilogischen Kriterien von Kellgren und Lawrence – hier werden 4 Arthrosegrade unterscheiden (siehe Tabelle 1). 

 

Die Arthrose / Osteoarthrose ist aufgrund der fehlenden Regenerationsfähigkeit des Gelenkknorpels als chronische, progrediente Erkrankung mit zunehmender Funktionseinschränkung zu betrachten, deren Behandlung die langfristige Einbindung des Patienten in ein individuelles Arthrosemanagement erforderlich macht. Das Arthrosemanagement sollte folgende Einzelkomponenten erfassen, die auf die individuellen Bedürfnisse / Vorraussetzungen des zu behandelnden Patienten abgestimmt werden müssen:

 

  • Anpassung des Lebenswandels                   
  • Gelenkspezifische Bewegungsübungen / Physiotherapie
  • Orthesen / Bandagen                        
  • Symptomatische medikamentöse Therapie  
  • Chondroprotektiva / Disease modifying drugs
  • Operative Interventionen (optional)

 

Stadieneinteilung der Arthrose nach Kellgren und Lawrence

 

I  Fragliche Arthrose keine    Gelenkspaltverschählerung
Grad der Arthrose  Klassifikation  Beschreibung 
II   Geringe Arthrose  geringe  Gelenkspaltverschählerung
III   Mäßige Arthrose  Gelenkspaltverschählerung, knöcherne Ausziehungen (Osteophyten)
IV   Schwere Arthrose  ausgeprägte Gelenkspaltverschmählerung, Deformierung der beteiligten Knochen

 

Tabelle 1: Radiologische Klassifikation der Arthrose nach Kellgren und Lawrence (1957)

Arthrosemanagement

Die Arthrose / Osteoarthrose ist aufgrund der fehlenden Regenerationsfähigkeit des Gelenkknorpels als chronische, progrediente Erkrankung mit zunehmender Funktionseinschränkung zu betrachten, deren Behandlung die langfristige Einbindung des Patienten in ein individuelles Arthrosemanagement erforderlich macht.

Die Leitung/ Steeurung der Arthrosebehandlung gehört in die Hände von Orthopäden und Unfallchirurgen, die eine Exakte Diagnose stellen und die gezielte, individuelle Therapie einleiten.

Das Arthrosemanagement sollte folgende Einzelkomponenten erfassen, die auf die individuellen Bedürfnisse / Vorraussetzungen des zu behandelnden Patienten abgestimmt werden müssen:

 

  • Anpassung des Lebenswandels
  • Gelenkspezifische Bewegungsübungen / Physiotherapie
  • Orthesen / Bandagen
  • Symptomatische medikamentöse Therapie
  • Chondroprotektiva / Disease modifying drugs
  • Operative Interventionen (optional)

 

Die einzelnen Komponenten des patientenspezifischen Arthrosemanagementes sollen sich dabei verzahnt ergänzen.

Die Behandlung von Arthrosepatienten muss als Zusammenarbeit zwischen dem Patienten und allen Leistungserbringern erfolgen. Dabei sollte zwischen dem ggf. eingebundenen Hausarzt und dem die Behandlung leitenden Orthopäden/ Unfallchirurgen eine enge Absprache hinsichtlich des fortlaufenden Patientenkontaktes bzw. der Kontrolle und Adaptation des Therapiefortganges erfolgen. Ein an einer symptomatischen Arthrose I-III° erkrankter Patient sollte zunächst medikamentös-symptomatisch behandelt, so dass, nach Abklingen des initialen Akutschmerzes schrittweise Maßnahmen aus den übrigen Komponenten des Arthrosemanagements eingeleitet werden können, die den Verlauf der Arthrose günstig beeinflussen und die Symptome bzw. deren Progression mindern können.

Bei weit fortgeschrittenen Arthrosen kann eine operative Behandlung bis hin zum Gelenkersatz erforderlich sein, hier sollte der Orthopäde / Unfallchirurg basierend auf dem klinischen und radiologischen Befund die Notwendigkeit einer Operation feststellen und den Patienten in eine geeignete Klinik überweisen.